Auf der sehr interessanten 15. Etappe des Giro d'Italia kam es zu eine kuriosen Szene. Während sich dank
Ivan Basso die Favoriten ums Gesamtklassement herausforderten, fuhren vorne
Leonardo Bertagnolli (Diquigiovanni) und
Serge Pauwels (Cervélo TestTeam) um den Tagessieg. Nachdem auf der Abfahrt Basso gestellt wurde und die Favoritengruppe von da an ein gemächliches Tempo einschlug, wurde Pauwels von seinem sportlichen Leiter überraschend dazu aufgefordert, sich zu seinem Kapitän Sastre zurückfallen zu lassen.
Ohne Frage hätte Sastre beim letzten Anstieg einen Helfer gebrauchen können, aber diesen kritischen Zeitpunkt des Rennens hatte er bereits passiert und konnte von da an ohne Probleme bei der Abfahrt und im letzten Flachstück in der Gruppe mitfahren. Der Belgier Pauwels verstand die Welt nicht mehr und musste sich dennoch irritiert zurückfallen lassen und die große Chance auf seinen ersten Etappensieg beim Giro begraben.
Dazu zwei "Kommentare" via
Twitter:
Johan Bruyneel"Got a lot of requests for comments on the tactics of Cervelo 2day. Everybody has to decide what's in their own best interest,so: no comment."
Lance Armstrong"Wouldn't wanna be at the Cervelo dinner table tonight."
Das Rennen hat wunderbar gezeigt, wie die Taktik vom ausreißenden Helfer, unterschiedlich interpretiert werden kann und wann eindeutig Fehler gemacht werden können. Liquidas hat sie vorbildlich angewandt. Basso konnte bei seiner Attacke temporär von einem Helfer unterstützt werden, der das Tempo beim Kampf um den Tagessieg nicht mehr halten konnte und es daraufhin rollen lies. Als sein Kapitän von hinten kam, konnte er für ihn die letzten Kraftreserven verbrauchen. So werden Dienste eines Helfers wahrlich gewürdigt.
Was den sportlichen Leiter von Cervélo dazu getrieben hat den armen Pauwels die Chance auf den Tagessieg zu nehmen, wird er hoffentlich irgendwann erklären. Mich würde es nicht wundern, wenn Pauwels von heute an, nicht mehr so leidenschaftlich wie bisher für seinen Kapitän Carlos Sastre fahren wird.
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