In den letzten Tagen haben sich mehrere Entwicklungen vollzogen, die perspektivisch für das Jahr 2010 ein interessantes Volleyballjahr versprechen. An dieser Stelle möchte ich eine Übersicht über die sportlichen und medialen Veränderungen im nächsten Jahr geben.
Ab dem 3. Oktober werden die Herren der DVL über einen weiteren internationalen Startplatz, sprich Champions-League Platz, kämpfen. Dies ergibt sich aus dem Nationenranking, in dem die Deutschen um zwei Punkte an den Spaniern vorbeigerückt sind. Wir erinnern uns: der VFB stand in der Gruppenphase der CL kurz vor dem Aus, hat das Blatt durch zwei Power-Spiele noch gewendet und ist schließlich erst im Viertelfinale am griechischen Meister Thessaloniki gescheitert – hier wurden die entscheidenden Punkt fürs folgende Ranking (Ausschnitt bis Platz 35, Quelle:
CEV-FAX) geholt:

Ein Champions-League Platz ist im Profivolleyball nicht automatisch mit neuen Einnahmequellen verbunden. Im Gegenteil: Unterhaching hat für die aktuelle Saison keine Wildcard zur CL beantragt, da schlichtweg die
Regularien der CEV nicht erfüllt werden konnten. Diese besagen zum Beispiel:
„...each participating CLUB has to guarantee the production of a TV Signal of each home
match on the basis of these TV Regulations...“
Beim VFB wurden die TV-Pflichten durch nächtliche SWR-Zusammenfassungen abgesichert. Der Weg dorthin scheint aber nicht einfach. Die Öffentliche-Rechtlichen ignorieren weiterhin den DVV, der immerhin
483.815 eingetragene Mitglieder besitzt.
Um beim Thema zu bleiben: Auch die Liga kämpft um die eigene TV-Präsenz. Mit sportdigital.tv konnte bisher keine Einigung erzielt werden, ein erstes vereinbartes Ultimatum (31. Juli) wurde zum 15. August hin verlängert. Am kommenden Wochenende muss eine Entscheidung her. Die DVL soll sich, wenn man der Gerüchteküche glauben schenken darf, bereits in Verhandlungen mit den öffentlichen-rechtlichen RA befinden. Welche Optionen dort besprochen werden, mal abwarten...
Die Männer-Nationalmannschaft könnte 2010 in lange nicht mehr erlebte Sphären aufsteigen. Gestern wurde bekannt (Quelle:
PM DVV), dass GER am 21. und 22. Gegen Mexiko in der Berliner Max-Schmeling Halle in der 1. World League-Qualirunde spielen wird. Beim Duell
13. vs. 35. der Weltrangliste stehen die Chancen nicht schlecht die zweite entscheidende Qualirunde gegen Venezuela (14. der Weltrangliste) zu erreichen. Die Qualifikation für die World League wäre automatisch mit TV-Auflagen verbunden, die neben der Frauen-WM in Japan und der Männer-WM in Rom eine Menge mediale Aufmerksamkeit versprechen würden (Quelle:
Handelsblatt).
Wenn die Nationalmannschaft im September bei der EM ein achtbares Ergebnis (Medaille?) herausholt und sich nächsten Jahr bei den großen Turnieren ordentlich präsentiert, könnte auch die Liga vom sportlichen Aufstieg profitieren. Gerade bei Randsportarten führt der Weg zur öffentlichen Aufmerksamkeit meistens nur über eine erfolgreiche Nationalmannschaft.
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